Die meisten Feiern zur Erinnerung an das Kärntner Plebiszit von 1920 in Südkärnten finden leider nach wie vor rein einsprachig – Deutsch – statt. So, als wäre der 10. Oktober selbstverständlich eine rein “Deutschkärntner” Angelegenheit. Mehr als 100 Jahre nach diesem bedeutenden Ereignis wird in den meisten Südkärntner Orten ein weiteres Mal eine “Kärntner Volksabstimmung” gemeinsam mit dem “Kärntner Abwehrkampf” gefeiert, es werden Grenzen gefeiert, Territorien und “Heimat” markiert. So, als ginge es immer noch um einen Sieg über die Slawen. Der Feiertag am 10. Oktober musste herhalten, um “Deutschkärntner” Identität zu stiften und Emotionen zu schüren. Dies ist leider bis heute teils der Fall. Die Erinnerung an das Plebiszit von 1920 ist in Südkärnten seit jeher deutsch, nationalistisch und kriegerisch geprägt. Dabei könnte es auch ganz anders sein. Drei gute Gründe, weshalb der 10. Oktober auch in Südkärnten anders aussehn sollte:
Beim Kärntner Plebiszit von 1920 durften erstmals auch Frauen wählen! Das war für diese Zeit eine wirkliche Besonderheit. In vielen Regionen Europas durften Frauen erst Jahrzehnte später zur Wahlurne schreiten. Kärnten war also diesbezüglich ein Vorreiter!
Das Kärntner Plebiszit war eine demokratische Wahl in einer Zeit, wo dies noch keinesfalls selbstverständlich war! Nach dem Ersten Weltkrieg mussten überall in Europa neue Grenzen geschaffen werden. In den meisten Fällen geschah dies nicht mittels demokratischer Wahlen wie in Kärnten, sondern entweder durch kriegerische Auseinandersetzungen, wo die Sieger die Grenzen bestimmten, oder die Grenzen wurden hinter verschlossenen Türen “ausverhandelt”.
In Südkärnten, wo am 10. Oktober 1920 gewählt wurde, sprachen zur damaligen Zeit noch fast 70% der Menschen Slowenisch und slowenische Dialekte. Dass sich slowenisch- und deutschsprachige Kärntnerinnen und Kärntner gemeinsam für eine gemeinsame Zukunft entschieden, könnte doch bei den Feiern eine besondere Rolle spielen!
Es ist nur folgerichtig, wenn bei den Feiern zum 10. Oktober endlich die Zweisprachigkeit und die Vielfalt Kärntens, die Demokratie und Minderheitenrechte gefeiert werden!
Večina proslav v spomin na plebiscit na južnem Koroškem leta 1920 bo žal tudi tokrat potekala v enem samem jeziku – v nemščini. Kot da bi bil 10. oktober seveda izključno „nemško koroška“ zadeva. Prepogosto se še vedno zdi, da gre za zmago nad Slovani. Več kot 100 let po tem dogodku bodo ob proslavah v večini krajev na južnem Koroškem ponovno praznovali pred vsem tudi koroški “obrambni boj“ proti slovanom, praznovali bodo meje, označevali ozemlja in „domovino“… Spomin na plebiscit iz leta 1920 je bil na Koroškem žal vedno nemškega, nacionalističnega in vojnega značaja. Vendar bi lahko bilo drugače! Navsezadnje gre tudi za to, da bi končno povedali popolnejšo in celovitejšo zgodbo o preteklosti Koroške. O tem je še vedno preveč neresnic in mitov, ki bi jih morala naša družba obravnavati že zdavnaj. V okviru alternativnega praznovanja se bodo predstavile številčne pobude, ki si prizadevajo prav za to.